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KREDIT/DARLEHN


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Wenn der Kredit zum Ärgernis wird

Als er die dritte Hiobsbotschaft bekam, wollte Peter Behrend resignieren. Alles, was er der Familie aufgebaut hatte, zerbröselte plötzlich zu Staub. In der Großstadt hatte er einen gutbezahlten Beruf gefunden, er war mit Frau und zwei Kindern endlich ins Traumhaus gezogen und freute sich, angekommen zu sein. Doch ein paar Jahre später kündigte ihm seine Firma, weil sie mit einem Wettbewerber fusioniert hatte. Auch nach monatelangem Suchen fand Behrend keinen Job. Dann war klar: Er würde das Haus nicht halten können, dafür waren die monatlichen Kreditbelastungen zu hoch. Die Familie musste ihr Heim verkaufen.


Als wäre das nicht schon schlimm genug, kam auch noch der Brief von der Bank: Das Darlehen sei nun mit dem Verkaufserlös zurückbezahlt, doch die Bank forderte gut 40000 Euro Vorfälligkeitsentschädigung - als Schadenersatz für die Zinsen, die ihr entgingen, weil die Immobilienfinanzierung nicht bis zum Ende der Restlaufzeit weiterlaufen würde. Bei diesem Brief wäre Behrend bald durchgedreht. Er hatte keine Arbeit mehr, kein Haus, hatte Unsummen von Raten gezahlt und ziemlich hohe Zinsen, weil er den Kredit schon 2008 aufgenommen hatte. Ganz zu schweigen von den fünfstelligen Nebenkosten für Makler und Notar. Und nun sollte er die Bank auch noch entschädigen?

Oftmals Gerichtsurteil nötig

Behrend zahlte die 40000 Euro notgedrungen, aber das machte ihn so wütend, dass er vor Gericht zog. Er ärgert sich noch heute, dass die Familie ihr Eigenheim verlor, deswegen möchte er auch nicht mit richtigem Namen in der Zeitung stehen. Aber dass er nicht klein beigegeben hat, könnte sich für ihn noch auszahlen.

Die Gerichte müssen inzwischen häufiger Streitfragen in Sachen Vorfälligkeitsentschädigung entscheiden. Erst Anfang Juli gab ein Urteil einem Familienvater recht, der genau wie Behrend arbeitslos geworden war: Die Vorfälligkeitsentschädigung sei eine "ungerechtfertigte Bereicherung" der Bank, erklärten die Richter des Landgerichts Frankfurt. Die Familie bekam das Geld zurück.

Quelle: https://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/wie-man-sich-bei-problemen-mit-kreditvertraegen-wehren-kann-15702220.html

30.07.2018 um 13.28 Uhr