GENO eG. ist Pleite (Insolvenz)

31.07.2018

EIN TRAUM! EIN ALBTRAUM! 

Wirbel um die Ludwisgburger Geno eG

Ludwigsburg/Region Die Wohnbaugesellschaft mit ihrem umstrittenen Geschäftsmodell wollte sich erst in Eigenverwaltung sanieren. Nun muss sie doch in die Insolvenz. Der Vorstand ist zerstritten. Und die Mitgliederversammlung brachte überraschende Ergebnisse.

Von Heiko Fritze

Den Traum von den eigenen vier Wänden wollte die Ludwigsburger Geno eG durch ein Optionskauf-Modell erfüllen. Nun ist die Genossenschaft insolvent und die Mitglieder müssen um ihr Geld bangen.

Die eigene Wohnung über eine Genossenschaft finanzieren - das verspricht die Ludwigsburger Geno Wohnbaugenossenschaft eG. Ob das aber jemals noch einem Bauinteressenten gelingen wird, steht derzeit in den Sternen: Das Unternehmen ist insolvent - und der Vorstand ist heillos zerstritten und überzieht sich gegenseitig mit Vorwürfen und Schadenersatzansprüchen.

Kritische Medienberichte über geprellte Mitglieder

Die Geno Wohnbaugenossenschaft eG wurde 2002 gegründet und hat nach eigener Darstellung zum Ziel, "möglichst vielen Menschen den schuldenfreien Erwerb von Immobilien und ein lebenslanges sicheres und flexibles Wohnen zu ermöglichen". Mitglieder könnten per Optionskauf, was eine Weiterentwicklung des Mietkaufs darstelle, ihre Wunschimmobilie erwerben. Dazu müssten ein Wohnsparvertrag abgeschlossen und eine Investitionssumme bereitgestellt werden. Zudem sei Voraussetzung, dass überhaupt Immobilien zur Verfügung stehen. Vergangenes Jahr wurde unter anderem ein Haus in Bönnigheim gebaut.

Allerdings gab es immer wieder Medienberichte über nicht erfüllte Versprechungen und Mitglieder, die sich geprellt fühlten. Dagegen ging der Vorstand zum Teil sogar gerichtlich vor, etwa vergangenes Jahr gegen die Sender MDR, NDR und Bayrischer Rundfunk. Dennoch wuchs die Zahl der Genossen mit der Zeit auf mehr als 5000 in ganz Deutschland an. Ende 2016 wurde das Mitglied mit der Nummer 10.000 begrüßt - zu diesem Zeitpunkt waren aber Tausende auch schon wieder ausgeschieden.

Bilanzverlust von 4,8 Millionen Euro

Vergangenes Jahr verschärften sich dann die Konflikte innerhalb der Führungsgremien der Ludwigsburger Genossenschaft. Die Mitgliederversammlung musste wegen eines Formfehlers um mehr als drei Monate verschoben werden. Vorstandschef Jens Meier vermeldete dann einen Bilanzverlust von 4,8 Millionen Euro und beklagte einen Medienkrieg, durch den Gespräche mit Banken über eine Partnerschaft gescheitert, Mitglieder abgesprungen und Wohnsparverträge widerrufen worden seien.

Im Mai schließlich wurden die Vorstände Jens Meier und Martin Däuber durch den Aufsichtsrat von ihrem Vorstandsamt enthoben. Eine Sonderprüfung habe Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Schadensersatzansprüche ihnen gegenüber bestünden, hieß es weiter. Von 2012 bis 2016 seien insgesamt rund 18,3 Millionen Euro Verluste aufgelaufen. Neue Vorstände wurden Klaus Meschenmoser und Steffen Schrader.

Aufhebung der Entlassung

Die geschassten Geno-Chefs klagten aber gegen ihre Amtsenthebung. Auf der Mitgliederversammlung vergangene Woche beantragten sie die Aufhebung ihrer Entlassung - und erhielten die nötige Mehrheit. Nun setzt sich der Vorstand der Geno aus den zwei alten und den zwei neuen Vorständen sowie einem neu bestellten fünften, Heribert Kailbach, zusammen.

Ende Mai hatte der neue Vorstand aber auch ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Nach der turbulenten Mitgliederversammlung ordnete das Amtsgericht Ludwigsburg aber an, dass die Eigenverwaltung aufgehoben und das normale vorläufige Insolvenzverfahren weitergeführt wird. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Stuttgarter Rechtsanwalt Dietmar Haffa von der Kanzlei Schultze & Braun ernannt.

Mitglieder müssen bangen

"Ursächlich für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind neben den Streitigkeiten innerhalb der Genossenschaftsorgane sehr hohe Ausgaben für Vertrieb und Personal sowie hohe Kündigungszahlen bei Altmitgliedern", teilt er mit. Die Geno eG könne nach hohen Verlusten die Guthaben von mehr als 2000 ehemaligen Genossen nicht bezahlen. Neue Mitglieder würden nicht mehr aufgenommen.

Mit einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist nun im August zu rechnen, sagte ein Sprecher. Wie hoch die Forderungen von Gläubigern, darunter ehemalige Genossen, sind, stehe bis etwa Mitte September im Groben fest. Um eine gegenseitige Blockade im Vorstand zu vermeiden, sei Haffa als sogenannter "starker Insolvenzverwalter" bestellt worden - was bedeutet, dass alle Entscheidungen seiner Zustimmung bedürfen. Der Konflikt in der Geno-Führung dürfte jedenfalls anhalten. Und die Mitglieder müssen weiter um ihre Einlagen bangen.


Quelle:https://www.stimme.de/heilbronn/wirtschaft/2018/Wirbel-um-die-Ludwisgburger-Geno-eG;art140955,4052125, Datum: 31.07.2018 um 16:18 Uhr

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